Constantin Büker (18.05.09-29.05.09)

Aufgrund der kurzen Wege, die das Internet uns in der heutigen Zeit bietet, war ich dem Rat eines Parteifreundes gefolgt und hatte unverbindlich bei Herrn van Essen für ein Praktikumsplatz angefragt. Lange Zeit verstrich nicht und ich bekam umgehend den Vorschlag, doch direkt während der letzten beiden Maiwochen ein Praktikum zu absolvieren.
Ich machte mich sonntags während des FDP-Bundesparteitags auf nach Berlin, wo ich abends nach einer langen Reise durch - für mich neue - Bundesländer in meiner neuen WG für die knapp zwei Wochen mein Lager aufschlagen konnte.
Die erste Woche meines gleichermaßen ersten Berlin Aufenthalts war sitzungsfrei. Im Zeichen der ersten beiden Tage stand erst einmal das 'Ankommen' im Vordergrund. Herr Loschwitz empfing mich Montagmorgen. Nachdem ich mir meinen Praktikantenausweis geholt hatte, führte er mich herum und auch in die grundsätzlichen Dinge ein. Meine Rechercheaufgabe für die Zeit meiner Anwesenheit erhielt ich ebenso.
Die gesamte, wenn auch nur kurze, Aufenthaltsdauer war für mich eine Art Expedition und Entdeckungsreise in mir unbekannte Gebiete. Anfangs hat mir der Praktikantenstammtisch besonders dabei geholfen, einige gleichaltrige Praktikanten, mit denen ich mich häufig zum Mittagessen oder in der Freizeit getroffen habe, kennen zu lernen, so dass ich auch langsam in Berlin 'angekommen' war.
Die zweite Woche war Sitzungswoche, daher außerordentlich viele Termine, die ich mit Spannung erwartete. Das Gebäude kannte ich inzwischen gut und so waren nach der Architektur und Einrichtung also die Funktionen für mich dran. Als Erstes stand am Montag das regelmäßige Referentenmeeting auf dem Plan. Zügig wurde alles von den wirklich gut vorbereiteten Referenten abgearbeitet - da zieht man gern' den Hut! Nachmittags hörte ich einen Vortrag von Bundesministerin Zypries in der Humboldt Universität zu Berlin zum Thema "Anspruch & Wirklichkeit der Verfassung", der mich sehr beeindruckte. Am darauffolgenden Tag besuchte ich vormittags den wirklich höchst interessanten Arbeitskreis IV für "Innen und Recht", wo u.a. die aktuelle Positionierung zur Schuldenbremse diskutiert wurde. Am Mittag erwartete mich ein weiteres Highlight: Ein Mittagessen mit Herrn van Essen und seinem Team in der Parlamentarischen Gesellschaft, zu der lediglich Abgeordnete und deren Gäste zugangsberechtigt sind. Am Nachmittag ging es dann in den fraktionseigenen Turm des Reichstages zur Fraktionssitzung, in dem alle Ergebnisse der einzelnen AK's zusammengetragen und noch einmal beraten wurden.
Am Mittwoch durfte ich zwei Ausschüssen des Bundestages (Rechts- und Geschäftsausschuss) beiwohnen, in denen die einzelnen Fraktionsergebnisse zusammengeführt wurden. Zusätzlich folgte ich am Nachmittag einer Einladung Herrn van Essens zur Vorbesprechung des Vermittlungsausschusses in den Bundesrat. Es erwarteten mich diverse Vorträge über die Energiepolitik in Pakistan, der deutsch-pakistanischen sowie der pakistanisch-amerikanischen Beziehungen.
Am letzten Tag besuchte ich eine Plenarsitzung, in dem die Ergebnisse aus den Ausschüssen für die Öffentlichkeit sichtbar einmünden und darüber rechtswirksam entschieden wird. Meine Zeit fiel mit der so genannten 'parlamentarischen Kernzeit' zusammen, in der sogar Herr van Essen zehn Minuten Redezeit hatte, so dass ich die sehr interessante Rechtsdebatte inklusive meines Abgeordneten live miterleben konnte! Zusätzlich stand noch ein weiterer Ausschuss an sowie als Endveranstaltung am Abend das "Forum Erdgas".
Alles in allem muss ich sagen, dass das Praktikum bei Herrn van Essen mehr als lohnend war. Ich habe zum ersten Mal Berlin besucht und sein kulturelles Angebot nur zu gerne angenommen. Ferner habe ich die Arbeit unserer Volksvertreter und ihrer Mitarbeiter umso mehr zu schätzen gelernt, da sie enorme Leistungen erbringen, um unser Land weiter zu bringen.





