Felix Hake (01.02.-12.02.2010)
Ich war, das möchte ich ausdrücklich betonen, sehr froh, einen Praktikumsplatz beim Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Herrn Jörg van Essen, zu bekommen. Das liegt einerseits daran, dass ich mit Herrn van Essen bereits öfter in meiner 'Heimat' zusammentreffen konnte und andererseits daran, dass ich selbst Junger Liberaler bin. Ich wollte unbedingt einen direkten Einblick in die Arbeit eines MdB und dessen Mitarbeiter bekommen und erleben, wie Politik wirklich funktioniert.
Am ersten Tag wurde ich morgens von Herrn Loschwitz, dem persönlichen Referenten, abgeholt und zu meinem Arbeitsplatz gebracht. Dort stellte er mich den weiteren Mitarbeitern des Büros vor. Er erklärte mir, was mich in den nächsten beiden Wochen erwarten würde und wies mich in meine Aufgaben und meinen Arbeitsplatz ein.
Doch zu Beginn meines Praktikums stand ich vor einem ersten Problem: Wie soll ich mich in diesen komplexen Gebäuden zurechtfinden? Herr Loschwitz nahm sich allerdings die Zeit, mich im Jakob-Kaiser-Haus und dem Reichstag mit den zentralen Wegen vertraut zu machen. Nach kürzester Zeit fand ich mich sehr gut allein zurecht.
Die Arbeit im Büro, die sehr abwechslungsreich und interessant ist, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das hängt besonders damit zusammen, dass ich immer gut mit eingebunden wurde und die Arbeit stets anspruchsvoll war. Dazu kam, dass ich das Glück hatte, die erste Woche meines Praktikums in einer sitzungsfreien Woche absolvieren zu können. Daher konnte ich mich mit meinen Fragen in dieser Zeit guten Gewissens an Herrn Loschwitz wenden, der mir, wenn es die Arbeit zuließ, immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Besonders interessant für mich war die Aufgabe, eine Ausarbeitung zum Thema ?Jugendkriminalität im Zusammenhang mit Alkohol? anzufertigen, da ich als Jugendlicher und als Schüler oft mit diesem Thema in Berührung komme.
Neben der 'kreativen' Arbeit konnte ich auch einige allgemeine Büroaufgaben übernehmen, wie zum Beispiel den Telefondienst und das Einsortieren von Gesetzestexten, was zwar recht langwierig, aber durchaus nicht langweilig war.
Am Donnerstag der ersten Woche hatte ich die Möglichkeit, die 100-Tage-Veranstaltung der FDP im Zuge der Regierungsbeteiligung zu besuchen und die FDP-Spitze aus der Nähe zu betrachten. Dieselbe Möglichkeit bot sich mir am letzten Dienstag, wo ich Herrn van Essen zur Fraktionssitzung der FDP begleiten durfte. Genauso interessant, wenn auch im kleinerem Kreis, war die Sitzung des Arbeitskreises IV, der sich mit Innen- und Rechtspolitik auseinandersetzt. Eines der beiden Themen behandelte der Rechtsausschuss näher, an dem ich ebenfalls am Dienstag teilnahm und einen sehr interessanten und ebenso exklusiven Einblick in die aktuellen Geschehnisse der Rechtspolitik bekommen konnte.
Absolutes Highlight der Praktikumswochen war der Besuch der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages am Mittwoch der Sitzungswoche. Glücklicherweise fiel der Besuch genau auf die Sitzung, in der Außenminister Dr. Guido Westerwelle eine Regierungserklärung zur weiteren bzw. geänderten Afghanistanstrategie abgab. Daher hatte ich die Möglichkeit, die Bundesregierung, wenn auch mit ein bisschen Abstand, live bei ihrer Arbeit zu beobachten.
Abschließend kann ich ein Praktikum bei Herrn van Essen nur weiterempfehlen. Ich habe sehr interessante Einblicke in den Arbeitsalltag eines Politikers und dessen Mitarbeiter bekommen. Da ich schon einmal in Berlin gewesen war, kannte ich das Regierungsviertel von außen schon ein wenig, aber meine Vorstellungen von der Arbeit vor Ort wurden bei weitem übertroffen.





