Jörg van Essen - Ihr Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Hamm -

Michael Schulze (04.06.07-22.06.07)

Nun könnte man glauben, dass aufgrund des Nachnamens vom persönlichen Referenten, der gleichlautend mit meinem Wohnort ist, ich zu einem Praktikum im Büro des Herrn van Essens gekommen bin. Eine gewisse Plausibilität ist zwar gegeben, aber wer den Lebenslauf von Herrn van Essen kennt, weiß, dass sein zweites Herz für die Bundeswehr schlägt. Mein Arbeitgeber ist die Deutsche Bundeswehr - und hier schließt sich sogleich der Kreis. Einmal im Jahr tauscht Herr van Essen seinen Anzug in eine Uniform und leistet im Dienstgrad eines Oberst eine Wehrübung als Brigadekommandeur - und somit als mein militärischer Vorgesetzter - in der Panzergrenadierbrigade 41 ab.

Ich hingegen werde alsbald meine Uniform etwas weiter hinten im Schrank verstauen und die Anzüge und Hemden in die erste Reihe hängen - mit Ablauf von 12 Jahren scheide ich aus dem aktiven Dienst aus. Meine Motivation zu diesem 3-wöchigen Praktikum liegt damit auf der Hand. In erster Linie wollte ich das Praktikum als eine Art Berufsorientierung nutzen, die Abläufe und Verfahrensweisen im politischen Tagesgeschäft kennenlernen. Schlicht gesagt, ich mochte mit dem Praktikum über meinen bisherigen Tellerrand schauen.

Um die Antwort vorwegzunehmen: Meine Erwartungen wurden erfüllt, ja übertroffen.

Als erstes fiel mir der offene Umgang innerhalb des gesamten Büroteams auf. Ein schnellerer und einfacher Einstieg in das Praktikum, wie ich ihn erleben durfte, ist kaum vorstellbar. Die unkomplizierte Integration als Praktikant in den Arbeitsablauf innerhalb des Büros sucht seines Gleichen.

Neben der täglichen Büroarbeit, nahm ich als Gast an Sitzungen des Rechtsauschusses, von Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen, sowie an Sitzungen des Bundestages im Plenarsaal teil. Ein Termin folgte dem anderen, eine Sitzung jagte die nächste. Dabei beinhaltete mein Terminkalender nur einen Bruchteil der Termine, die Herr van Essen in der Regel wahrnimmt.

Zu meinen persönlichen Höhepunkten während des Praktikums zählten zum einen die öffentliche Anhörung der FDP-Bundestagsfraktion zu dem Thema: "Scheitert der Westen in Afghanistan?". Hier diskutierten Vertreter der Bundeswehr und NGOs sowie Außenpolitiker öffentlich und - aus meiner Sicht besonders wichtig - offen die Pro und Contras des politischen, wirtschaftlichen und militärischen Engagements in Afghanistan. Zum anderen beeindruckte mich eine Fraktionssitzung, wo der Ball, der vom FDP-Bundesparteitag in Stuttgart nach Berlin gespielt wurde, direkt von der Bundestagsfraktion angenommen wurde. Die auf dem Parteitag beschlossenen Anträge aus dem mehrere Zentimeter starken Antragsbuch werden die Fraktion sicherlich noch eine Weile beschäftigen.

Alles in allem genoss ich eine fast uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, die es mir zudem ermöglichte, auch die infrastrukturellen Zusammenhänge des Deutschen Bundestages kennenzulernen. Jeder, der sich auch nur ansatzweise für Kunst beziehungsweise für Architektur interessiert, kommt beim Gang durch die Gebäude des Bundestages auf seine Kosten.

Die drei Wochen Praktikum rasten förmlich an mir vorbei. Trotzdem muss ich sagen: Es hat sich gelohnt! Diese Zeit in Berlin stellt für mich eine enorme Bereicherung in beruflicher wie auch persönlicher Hinsicht dar.

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Freitag, 10. September 2010
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